Kfz-Gutachter werden: Der große Karriere-Guide

Der Beruf des Kfz‑Sachverständigen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ob nach einem Unfall, bei Leasing-Rückläufern oder bei Wertgutachten, die Fahrzeugtechnik wird immer komplexer und unabhängige Gutachten sind gefragter denn je. Wenn Sie darüber nachdenken, Kfz‑Gutachter zu werden, dann ist jetzt der ideale Zeitpunkt, denn die Technik (Elektro‑, Hybrid‑Fahrzeuge), Vorschriftenlagen und Versicherungsanforderungen wachsen.

In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie Kfz-Sachverständiger werden. Sie lernen, welche Voraussetzungen Sie mitbringen sollten. Außerdem zeigen wir Ihnen, welche Kfz-Gutachter Ausbildung möglich ist, wie viel Sie verdienen können und wie der Weg in die Selbstständigkeit aussieht.

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Voraussetzungen, um Kfz Gutachter zu werden

Wer Kfz-Gutachter werden möchte, braucht eine solide fachliche Grundlage. In der Regel ist eine abgeschlossene Ausbildung im Kfz-Bereich erforderlich, beispielsweise als Kfz-Meister, Kfz-Techniker oder in einem vergleichbaren technischen Beruf. Berufserfahrung in der Fahrzeugbranche ist ein klarer Vorteil, weil sie den Einstieg erleichtert.

Die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick:

  • Abgeschlossene Berufsausbildung im Kfz-Handwerk (z. B. Kfz-Mechatroniker, Karosserie- und Fahrzeugbauer)

  • Alternativ: Technische Studiengänge wie Fahrzeugtechnik oder Maschinenbau

  • Mehrjährige Praxis im Bereich Reparatur, Fahrzeugbewertung oder Schadenskalkulation

  • Interesse an Gutachtenerstellung, Wertgutachten und Schadensanalyse

  • Technisches Verständnis und fundierte Kenntnisse im Fahrzeugbau

Auch Quereinsteiger aus verwandten technischen Berufen haben gute Chancen, wenn sie über entsprechende Fachkenntnisse verfügen

Wenn Sie sich allgemein für das Thema Gutachter werden interessieren, lohnt sich zuerst ein Blick auf unseren Überblicksartikel zur Gutachter Ausbildung.

So werden Sie Kfz-Gutachter – Inhalte einer typischen Weiterbildung

Wer als Kfz-Gutachter arbeiten möchte, baut auf seine fachliche Erfahrung im Kfz-Bereich eine spezialisierte Weiterbildung auf. In solchen Lehrgängen geht es darum, technisches Wissen mit Gutachtenpraxis zu verbinden und einen strukturierten Einstieg in die Sachverständigentätigkeit zu bekommen.

Typische Inhalte einer Kfz-Gutachter-Weiterbildung sind zum Beispiel:

  • Fahrzeugtechnik und Fahrzeugsysteme – technische Grundlagen, Aufbau und Funktion wichtiger Komponenten, typische Schadensbilder

  • Unfallanalyse und Schadenskalkulation – systematische Schadenaufnahme, Fotodokumentation, Kalkulation von Reparaturwegen und -kosten

  • Fahrzeugbewertung und Restwertanalyse – Ermittlung von Marktwert, Zeitwert, Wiederbeschaffungswert und Restwert, Unterschiede zwischen Alltagsfahrzeugen und Spezialfällen wie Oldtimern

  • Erstellung von Gutachten – Aufbau und Struktur von Schadengutachten und Wertgutachten, nachvollziehbare Begründung, Formulierungen und typische Anhänge

  • Rechtliche Grundlagen – grundlegende Fragen zu Haftpflicht und Kasko, Rolle des Sachverständigen im Regulierungsprozess, Zusammenarbeit mit Anwälten und Versicherungen

  • Kommunikation und Auftreten – Umgang mit Auftraggebern, Werkstätten, Versicherern und Gerichten, professionelle und neutrale Gesprächsführung

Je nach Anbieter werden diese Inhalte in kompakten Präsenzformaten oder in kombinierten Online-/Präsenzformaten vermittelt. Wichtig ist, dass Theorie und Praxis eng verzahnt sind, damit Sie das erworbene Wissen unmittelbar in echten Fällen anwenden können.

Abschlussprüfung & Zertifizierung

Nach erfolgreicher Teilnahme erfolgt die Fachverbandsprüfung über die DESAG.

Nach erfolgreichem Abschluss der Kfz Gutachter Ausbildung erhalten Sie:

  • DESAG-Fachzertifikat

  • Aufnahme in die Sachverständigen-Datenbank

  • Option zur Personenzertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024:2012

Kosten & Fördermöglichkeiten um Kfz Gutachter zu werden

Die Weiterbildung zum Kfz Gutachter ist eine fachlich anspruchsvolle Qualifizierung. Entsprechend solltest du mit einer Investition im mittleren vierstelligen Bereich rechnen. Hinzu kommen je nach Anbieter Prüfungsgebühren, eventuell Reise- und Übernachtungskosten sowie Ausgaben für Fachliteratur.

Auf den ersten Blick wirkt das oft hoch. In der Praxis amortisieren sich die Kosten allerdings häufig, sobald du regelmäßig Gutachten erstellst oder deine neue Qualifikation gezielt im Unternehmen einsetzt. Entscheidend ist, dass die Weiterbildung zu deinem beruflichen Ziel passt und dir tatsächlich hilft, ein tragfähiges Geschäftsfeld aufzubauen.

Für viele Teilnehmer gibt es zudem Fördermöglichkeiten. Dazu gehören zum Beispiel Programme zur beruflichen Weiterbildung in einzelnen Bundesländern, Zuschüsse über Förderbanken oder Unterstützungen durch Arbeitgeber. In manchen Fällen lassen sich auch Bildungsgutscheine oder steuerliche Vorteile nutzen.

Wie hoch die tatsächlichen Lehrgangskosten ausfallen, welche Förderprogramme konkret infrage kommen und welche Unterlagen nötig sind, hängt immer vom jeweiligen Anbieter und deiner persönlichen Situation ab. Diese Punkte solltest du vor der Buchung gezielt prüfen und gegebenenfalls mit dem Schulungsträger durchsprechen.

Kfz-Sachverständiger Ausbildung einfach erklärt – Expertenvideo mit 10 Fragen & Antworten

Sie möchten einen schnellen Überblick? In unserem Expertenvideo erhalten Sie die wichtigsten Antworten rund um die Kfz Gutachter Ausbildung – kompakt und verständlich erklärt.

Karrierechancen nach der Ausbildung zum Kfz-Gutachter

Mit einer abgeschlossenen Weiterbildung als Kfz Gutachter eröffnen sich Ihnen zahlreiche Möglichkeiten für Ihre berufliche Zukunft. Der Abschluss qualifiziert Sie sowohl für die Selbstständigkeit als auch für verantwortungsvolle Positionen in verschiedenen Bereichen der Fahrzeugbranche.

Ihre Perspektiven im Überblick:

  • Selbstständigkeit – starten Sie als unabhängiger Kfz-Sachverständiger und bauen Sie sich Ihr eigenes Geschäft auf

  • Mitarbeit in Sachverständigenbüros – arbeiten Sie an Gutachten für Gerichte, Versicherungen und private Auftraggeber

  • Anstellung bei Versicherungen oder Prüforganisationen – nutzen Sie Ihr Fachwissen in einem stabilen Angestelltenverhältnis

  • Karriere in Werkstätten oder Automobilunternehmen – erweitern Sie Ihr Tätigkeitsfeld mit einer anerkannten Zusatzqualifikation

Viele Absolventen entscheiden sich nach der Ausbildung für die Selbstständigkeit. Damit erschließen Sie sich nicht nur höhere Verdienstmöglichkeiten, sondern auch eine spannende, abwechslungsreiche Tätigkeit mit hoher Nachfrage.

Sie möchten mehr über die berufliche Selbstständigkeit erfahren? Lesen Sie unseren Ratgeber Selbstständig als Kfz-Gutachter – Chancen & Risiken und entdecken Sie, wie Sie erfolgreich durchstarten können.

Werden Sie Kfz-Gutachter mit der Weiterbildung der MODAL Akademie

Die Nachfrage nach qualifizierten Kfz-Gutachtern steigt seit Jahren kontinuierlich. Mit der Weiterbildung der MODAL Akademie sichern Sie sich eine praxisnahe Qualifizierung, die Sie in nur fünf Tagen optimal auf Ihre Tätigkeit als Sachverständiger vorbereitet. Sie profitieren von erfahrenen Dozenten, anerkannten Zertifikaten und vielfältigen Fördermöglichkeiten.

Wer regelmäßig Unfallgutachten erstellt, profitiert von einer Spezialisierung in der Kfz Unfallschadenabwicklung.

Ob Sie sich selbstständig machen oder eine Anstellung bei Versicherungen, Werkstätten oder Ingenieurbüros anstreben – die Weiterbildung bei der MODAL ist Ihr Sprungbrett in eine zukunftssichere Karriere.

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FAQ – Kfz-Gutachter werden: Fragen, die sich viele stellen

Wie wird man in Deutschland Kfz-Gutachter?

Kurz gesagt: In Deutschland werden Sie Kfz-Gutachter, indem Sie eine technische Kfz-Ausbildung oder ein entsprechendes Studium absolvieren, praktische Erfahrung sammeln und sich anschließend gezielt zum Sachverständigen weiterbilden.

In der Praxis sieht der Weg meist so aus:

  1. Fachliche Basis
    Eine abgeschlossene Ausbildung im Kfz-Bereich (z. B. Kfz-Mechatroniker, Karosserie- und Fahrzeugbauer) oder ein technisches Studium mit Fahrzeugbezug bildet das Fundament.
  2. Berufserfahrung sammeln
    Mehrere Jahre Arbeit in Werkstatt, Autohaus, Karosseriebetrieb, Prüforganisation oder Schadenabteilung helfen, Schäden und Reparaturwege realistisch einschätzen zu können.
  3. Spezialisierung als Sachverständiger
    In einer spezialisierten Weiterbildung lernen Sie, Schäden strukturiert aufzunehmen, zu kalkulieren und rechtssichere Gutachten nach deutschem Rechtsrahmen zu erstellen.

Je nach Vorbildung kann dieser Weg eher kompakt oder etwas länger sein – wichtig ist, dass Technik, Praxis und Gutachterkompetenz am Ende zusammenpassen.

Welche beruflichen Wege führen typischerweise in den Beruf des Kfz-Gutachters?

Kurz zusammengefasst: Es gibt nicht den einen vorgeschriebenen Weg – mehrere Profile sind in Deutschland etabliert und anerkannt.

Häufige Einstiegswege sind:

  • Kfz-Meister oder Meisterin
    Klassischer Weg: Ausbildung, Meisterschule, mehrere Jahre Berufserfahrung, danach Spezialisierung zum Kfz-Sachverständigen.
  • Ingenieurinnen und Ingenieure mit Fahrzeugbezug
    Studium der Fahrzeugtechnik oder eines verwandten Studiengangs, Praxis im Kfz-Umfeld und anschließende Gutachter-Weiterbildung.
  • Berufspraktiker mit viel Erfahrung
    Gesellinnen und Gesellen mit langjähriger Praxis in Reparatur, Schadenbearbeitung oder Service, die ihre Kenntnisse durch eine strukturierte Weiterbildung zum Gutachter erweitern.

Wichtig ist, dass der Lebenslauf fachlich „rund“ wirkt und Ihre Kompetenz am Fahrzeug nachvollziehbar macht.

Welche Abschlüsse und Zertifizierungen sind für Kfz-Gutachter wichtig?

Ein technischer Abschluss plus eine anerkannte Sachverständigen-Qualifizierung und laufende Fortbildung sind in Deutschland der Standard.

In der Praxis zählen vor allem:

  • eine solide Grundqualifikation (z. B. Meisterbrief, Techniker, Ingenieur oder langjährige Fachpraxis)
  • eine spezialisierte Weiterbildung zum Kfz-Sachverständigen
  • Zertifikate von anerkannten Bildungsanbietern oder Zertifizierungsstellen
  • regelmäßige Fortbildungen, um technisch und rechtlich auf dem neuesten Stand zu bleiben

Zertifizierungen sind kein gesetzlicher Muss, stärken aber Ihre Position gegenüber Gerichten, Versicherungen und anderen Auftraggebern deutlich.

Kann ich mich auch online zum Kfz-Sachverständigen weiterbilden?

Ja, viele angehende Kfz-Gutachter nutzen heute Online- oder Blended-Learning-Formate, um sich flexibel neben dem Beruf zu qualifizieren.

Typische Bestandteile solcher Weiterbildungen sind:

  • Live-Online-Seminare mit Dozentinnen und Dozenten
  • Lernvideos, Skripte und Übungen für das Selbststudium
  • Praxisfälle, Muster-Gutachten und Checklisten
  • optionale Praxis- oder Präsenzmodule zur Schadenaufnahme am realen Fahrzeug

Einen strukturierten Überblick über Inhalte, Ablauf, Abschlüsse und Fördermöglichkeiten bietet die  
Kfz-Sachverständiger Ausbildung der MODAL Akademie.

Wie gelingt der Schritt in die Selbstständigkeit als Kfz-Gutachter?

Der Übergang in die Selbstständigkeit gelingt, wenn fachliche Qualifikation, ein klares Geschäftsmodell und ein belastbares Netzwerk zusammenkommen.

Wichtige Schritte sind:

- Positionierung klären
  Möchten Sie vor allem für Privatkunden, Versicherungen, Werkstätten, Rechtsanwälte oder Flottenbetreiber arbeiten – oder eine Kombination daraus?

- Geschäftlich solide aufstellen  
  Dazu gehören Business- und Finanzplanung, die passende Rechtsform, eine Berufshaftpflichtversicherung, AGB und ein klares Honorarmodell.

- Netzwerk und Stammkunden aufbauen
  Viele Aufträge entstehen über Werkstätten, Kanzleien, Makler, Flottenbetreiber oder Empfehlungen zufriedener Kunden.

Viele starten zunächst nebenberuflich, sammeln Erfahrung und weiten ihre Gutachtertätigkeit dann Schritt für Schritt aus.

Wie hoch ist das Einkommen von Kfz-Gutachtern in Deutschland?

Kfz-Gutachter in Deutschland können je nach Modell und Auslastung solide bis sehr gute Einkommen erzielen – genaue Zahlen hängen aber stark von Rahmenbedingungen ab.

Einflussfaktoren sind unter anderem:

  • Art der Tätigkeit: angestellt vs. selbstständig
  • Region und Spezialisierung: z. B. Pkw, Nutzfahrzeuge, Oldtimer, Flottenkunden
  • Auftragslage: Anzahl und Art der Gutachten pro Monat
  • Honorarmodell: Pauschalen, Stundensätze, Rahmentarife für Stammkunden

Angestellte Gutachter erhalten in der Regel ein fixes Monatsgehalt mit Entwicklungsmöglichkeiten. Selbstständige Sachverständige kalkulieren pro Auftrag und können ihr Einkommen über Spezialisierung und Akquise maßgeblich beeinflussen. Weitere Angaben zum Gehalt des Kfz Sachverständigen finden Sie im Ratgeber-Artikel: Was verdient ein Kfz Sachverständiger?

Welche rechtlichen Grundlagen sollte ein Kfz-Gutachter in Deutschland kennen?

Ohne Grundverständnis von Verkehrsrecht, Zivilrecht und Versicherungsrecht ist eine professionelle Gutachtertätigkeit in Deutschland kaum möglich.

Wichtige Themenbereiche sind etwa:

  • Haftungs- und Schadenersatzrecht im deutschen Zivilrecht
  • Grundlagen des Straßenverkehrsrechts
  • typische Regelungen in Kraftfahrt- und Haftpflichtversicherungen
  • Beweis- und Dokumentationsanforderungen bei Streitfällen und Gerichtsverfahren
  • Datenschutz (DSGVO) im Umgang mit Kunden-, Fahrzeug- und Bilddaten

Sie müssen kein Jurist sein, sollten die rechtlichen Rahmenbedingungen aber so gut kennen, dass Ihre Gutachten belastbar sind und gerichtliche Auseinandersetzungen bestehen können.

Welche Verbände und Netzwerke gibt es für Kfz-Gutachter?

Fachverbände sind eine wichtige Anlaufstelle für Austausch, Qualitätssicherung und Weiterbildung von Kfz-Gutachtern.

Ein Beispiel ist:

- DESAG – Deutsche Sachverständigen Gesellschaft

Neben der DESAG gibt es weitere Sachverständigen- und Fachverbände, die:

  • Fort- und Weiterbildungen anbieten
  • bei Fragen zur Positionierung und Außendarstellung unterstützen
  • Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen bieten

Gerade für Einsteiger kann die Mitgliedschaft in einem Verband helfen, schneller Fuß zu fassen und fachlich auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Welche Weiterbildungen lohnen sich nach dem Einstieg als Kfz-Gutachter?

Nach der Grundqualifizierung ist kontinuierliche, spezialisierte Weiterbildung der Schlüssel, um im Markt sichtbar zu bleiben und anspruchsvollere Mandate zu übernehmen.

Sinnvolle Themen sind zum Beispiel:

- Vertiefung der Schadenkalkulation 
  Umgang mit gängigen Kalkulationssystemen, Besonderheiten bei verschiedenen Fabrikaten und Schadenarten.

- Spezielle Gutachtenbereiche 
  etwa Rahmen- und Karosserieschäden, Elektronik und Hochvolttechnik, Lack- und Glas-Schäden, Oldtimer- und Wertgutachten.

- Rechtliche Updates
  Neuerungen in der Schadenregulierung, aktuelle Rechtsprechung und Auswirkungen auf die Gutachterpraxis.

- Unternehmerische Themen 
  Marketing, digitale Prozesse, Zusammenarbeit mit Werkstätten, Anwälten und Versicherungen.

Welche Kurse für Sie besonders empfehlenswert sind, hängt von Ihrem aktuellen Profil, Ihrer Zielgruppe und Ihren Wachstumsplänen ab.

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